Kirchenrundgänge durch Berlin

Berlin hat weit mehr zu bieten als die typischen Sehenswürdigkeiten Fernsehturm, Brandenburger Tor und die Überreste der Berliner Mauer.

Das möchten wir Ihnen gerne zeigen! Interessierte und neugierige Berlin-Gästen – ob gläubig oder nicht – laden wir hiermit zu unseren Kirchenrundfahrten ein.

Auf drei verschiedenen Routen, die immer am Hotel Albrechtshof beginnen und auch enden, stellen wir Ihnen sieben Kirchenbauten verschiedener Glaubensrichtungen zur Nach- und Selbsterkundung vor.  Für jede Kirchentour finden Sie neben der Beschreibung der Gotteshäuser den Rundgang auf einem Ausschnitt in Google Maps dargestellt sowie eine Wegbeschreibung der Tour im PDF-Format, die Sie sich bei Interesse ausdrucken können.

Unsere Touren sind zu Fuß oder mit dem Fahrrad möglich. Tour 3 ist aufgrund ihrer Länge von knapp 20 km v.a. als Fahrradtour geeignet.

Die Strecken zwischen 5 und 19 Kilometern führen nicht nur zu den schönsten und geschichtsträchtigsten Kirchen Berlins, sondern auch an vielen anderen Sehenswürdigkeiten der Stadt vorbei.

Bitte beachten Sie die Öffnungs- und Gottesdienstzeiten der Kirchen. In unserer PDF-Datei zu den Kirchenöffnungszeiten können Sie sich die beste Uhrzeit für Ihren Rundgang aussuchen.


Tour 1: Glaubensrichtungen & Baurichtungen

Short Facts

  • 5km
  • 3 Kirchen
    • Neue Synagoge
    • St. Marienkirche
    • St. Hedwigs-Kathedrale
  • 4weitere Hightlights:
    • Spree
    • Monbijoupark
    • Alexanderplatz
    • Friedrichstraße

Die erste und kürzeste Tour von 5 Kilometern beinhaltet drei Kirchen, die zentral in Berlin-Mitte und in unmittelbarer Nähe zum Hotel Albrechtshof liegen.
Der Rundgang führt nicht nur an der Neuen Synagoge, der St. Marienkirche und der St. Hedwigs-Kathedrale vorbei, sondern auch an der Spree, dem Monbijoupark, dem Alexanderplatz und der Friedrichstraße.
Die geeignetsten Tage sind Montag bis Freitag sowie Sonntag.

Neue Synagoge Berlin
Neue Synagoge
St. Marienkirche Berlin
St. Marienkirche
St. Hedwigskathedrale
St. Hedwigskathedrale

Neue Synagoge Berlin – Mahnmal und Kulturstätte

Die Neue Synagoge Berlin an der Oranienburger Straße ist mit ihrer goldenen Kuppel zugleich Wahrzeichen von Berlin wie auch Mahnmal des jüdischen Glaubens.
Die Architekten des Prachtbaus waren Eduard Knoblauch und Friedrich August Stüler.
Die 1866 eröffnete Synagoge sollte der immer stärker wachsenden jüdischen Gemeinde in Berlin eine gemeinsame Gebetsstätte geben. Mit ihrer fremdländisch anmutenden Architektur und ornamentalen Verzierung sowie der Goldkuppel galt sie bald als das schönste Gebäude der Stadt.
Allerdings nährte das Gebäude auch den Antisemitismus in Berlin, erhob sich doch die weltweit größte Synagoge über die Gotteshäuser der christlich Gläubigen und zeigte damit eine beunruhigende Dominanz.
In der Reichskristallnacht am 9.11.1938 ist die Neue Synagoge von der SA in Brand gesteckt worden. Nur durch die mutige Initiative eines Polizeibeamten konnte die Zerstörung eingedämmt und das Gebäude für die jüdischen Bürger gerettet werden.
Allerdings dauerte es nicht lange, bis die Wehrmacht 1943 das Gebäude zweckentfremdete und es als Uniformlager nutzte. Noch im selben Jahr zerstörte

ein britischer Luftangriff die Synagoge beinahe vollständig. Nach dem Krieg drängten die überlebenden Juden auf den Wiederaufbau der Synagoge. Doch zunächst mussten Hauptraum und Kuppel aus Sicherheitsgründen abgerissen werden.
Zunehmend gab es Forderungen, die Überreste der Synagoge als Mahnmal und Museum zu erhalten.
So geschah es dann auch: Die Synagoge ist nicht originalgetreu nachgebaut worden, um nicht den Eindruck zu erwecken, die Gräueltaten der Nazizeit vergessen machen zu wollen. Eine der wesentlichen Bedeutungen der Synagoge ist, Mahnung und Erinnerung an eine Zeit zu sein, deren barbarische Verbrechen niemals wieder möglich sein dürfen.
Bis heute gehört die Synagoge fest zum Bild der Spandauer Vorstadt. Sie ist Kultur-, Begegnungs- und Gebetsstätte für Gläubige aus aller Welt, die sich für die jüdische Geschichte in Berlin interessieren.
So können Sie hier regelmäßig wechselnde Veranstaltungen wie Buchvorstellungen, Lesungen und Ausstellungen besuchen sowie an Gesprächen mit Zeitzeugen teilnehmen. Die ständige Dauerausstellung „Tuet auf die Pforten“ versucht das jüdische Leben im 19. / 20.Jahrhundert nachzuzeichnen und erlebbar zu machen.

Öffnungszeiten
So–Do: 10:00–18:00 Uhr
Fr: 10:00–15:00 Uhr
Die Goldkuppel ist von April bis September zu besichtigen.

Hier finden Sie die Wegbeschreibung für Kirchentour 1 (PDF) zum Ausdrucken.

St. Marienkirche – Fremdkörper auf dem Alexanderplatz

Die evangelische St. Marienkirche gehört zu den bemerkenswertesten Kirchen Berlins.
Diese Eigenschaft ist keiner besonders außergewöhnlichen Architektur, sondern dem Standort des Bauwerks zuzuschreiben.
Mitten auf dem von der DDR-Architektur der Nachkriegszeit und dem Fernsehturm geprägten Alexanderplatz, wirkt die Kirche wie ein Fremdkörper – ein von der Umgebung losgelöstes Artefakt vergangener Zeiten.
Die im 13. Jahrhundert erbaute Kirche wurde im Lauf der Jahrhunderte durch Brand und Krieg immer wieder beschädigt, jedoch auch immer im zu dieser Zeit aktuellen Architekturstil wieder auf-, um- und ausgebaut. Auch gegenwärtig finden Baumaßnahmen am Hauptportal statt, deshalb kann die Kirche nur durch den Eingang an der Südseite betreten werden.
Die St. Marienkirche ist heute das einzige Zeugnis des historischen Grundrisses der Stadt, den die Staatsführung im Zuge der Nachkriegsbauphase komplett aufgab.
Zur Zeit der Erbauung war die Kirche im Vergleich zu den umgebenden Häusern ein architektonischer Koloss. Heute jedoch macht die St. Marienkirche vor dem Fernsehturm und den benachbarten Bauwerken einen geradezu schmächtigen und bescheidenen Eindruck.
Im Inneren der Kirche ist die Pracht der Jahrhunderte weitestgehend erhalten geblieben.

Besuchern das Gotteshaus von verschiedenen Seiten näher bringt. Besonders das 22 Meter lange und 2 Meter hohe Totentanz-Fresko aus dem Jahr 1485 zieht die Besucher an. Vermutlich geht dessen Darstellung der Beziehung zwischen Leben und Tod auf den Pestausbruch 1484 zurück.
Der Totentanz ist jedoch nicht nur wegen seines Alters bedeutend. Das Fresko wird stets erweitert – und zwar mit Hilfe der Besucher. Gegen eine Spende erhält der Besucher einen Mosaikstein und wird eingeladen, das Fresko fortzuführen.
Neben dem Totentanz zeigt die St. Marien viele Zeugnisse christlichen Glaubens, die aus verschiedenen kriegszerstörten Kirchen zusammengetragen wurden. Über 90 Kunstwerke können in der Kirche bestaunt werden, darunter auch eine Schutzmantelmadonna.
Ebenso bewundernswert sind Altar, Taufbecken und Orgel, die alle aus dem 18. Jahrhundert stammen. Insbesondere die Orgel macht das dreischiffige, gotische Gebetshaus zu einem beliebten Ort für Kirchenmusik und Gastkonzerte.
Ein Rundgang durch die St. Marienkirche ist aufgrund der überall sichtbaren Geschichte und Kunst reizvoll, als Führung jedoch noch spannender. Deswegen stehen auch zwei interaktive kostenlose Führungen per App bereit, die Interessierten das Gotteshaus von verschiedenen Seiten näher bringt.

Öffnungszeiten
Mo–So: 10:00–18:00 Uhr

Regelmäßige Gottesdienste
Mo–Fr: 8:15 Uhr
Fr: 12:30 Uhr
So: 10:30 Uhr & 18:00 Uhr (englisch)

St. Hedwigs-Kathedrale – Erste Schritte des Katholizismus

Die Mitte des 18. Jahrhunderts erbaute St. Hedwigs-Kathedrale gehört zu den ersten und wichtigsten katholischen Bauwerken in Berlin.
Sie wurde auf Bitten der immer größer werdenden katholischen Gemeinde an Friedrich den Großen in Auftrag gegeben.
Zunächst plante der König den Bau eines Pantheons nach römischen Vorbild, das den Göttern geweiht sein sollte.
Ein solches Heiligtum wurde dann jedoch zugunsten der Katholiken verworfen – die architektonische Grundidee des Rundbaus mit Kuppel blieb jedoch erhalten und bestimmt noch heute das Erscheinungsbild der St. Hedwig-Kathedrale.
Der 1747 begonnene Kirchenbau konnte erst fast 30 Jahre später vollendet werden, da das Projekt wegen Geldmangel, Schwierigkeiten beim Bau und dem Siebenjährigen Krieg unterbrochen werden musste.
Die Fertigstellung ist der finanziellen Unterstützung aus Rom und des Königs zu verdanken. Dies belegt auch die lateinische Giebelinschrift an der Kathedrale:

FEDERICI REGIS CLEMENTIAE MONUMENTUM S(anctae) HEDWIGI S(acrum) A.M. QUIRINUS

S(anctae) R(omanae) E(cclesiae) CARD(inalis) SUO AERE PERFECIT

(Das der Güte des Königs Friedrich zu verdankende Denkmal, der heiligen Hedwig geweiht, hat der Kardinal der heiligen, römischen Kirche Angelo Maria. Quirini auf seine Kosten vollendet.)

Im 2. Weltkrieg brannte die St. Hedwig-Kathedrale nach einem Bombenangriff bis auf die Grundmauern aus, wurde zwischen 1952 und 1962 aber mit neuem Innenraum wieder aufgebaut.
Bis hinab zur Krypta zerstörte der Bombenangriff den Kirchenbau. Dies nutzte der Innenarchitekt Hans Schwippert beim Wiederaufbau und schuf in der Unterkirche acht neue Kapellen.
Jene konnten von der Mitte der Kirche durch eine Treppe erreicht und für verschiedene Zwecke wie Taufen, Gedenken und Begräbnisse genutzt werden.

Für kostenlose Führungen steht Ihnen die Kirche außerhalb der Gottesdienstzeiten offen. Unter 030 / 20 34  810 können sich Guppen zur kostenpflichtigen Kirchenführung anmelden. 

Öffnungszeiten
Mo–Sa: 10:00–17:00 Uhr
So und Feiertage: 13:00–17:00 Uhr

Regelmäßige Gottesdienste
Mo–Sa: 8:00 Uhr und 18:00 Uhr
So: 8:00 Uhr, 10:00 Uhr, 12:00 Uhr und 18:00 Uhr


Tour 2: Zerstörung und Aufbau

Short Facts

  • 7km
  • 5 Kirchen
    • Neue Synagoge
    • St. Marienkirche
    • St. Hedwigs-Kathedrale
    • Ruine der Franziskaner-Kloserkirche
    • Parochialkirche
  • 2 weitere Hightlights:
    • Rotes Rathaus
    • Nikolaiviertel

Die geeignetsten Tage für die zweite Kirchentour
sind Dienstag bis Freitag.

Franziskaner-Klosterkirche Berlin
Franziskaner-Klosterkirche
Gedächniskirche Berlin
Kaiser Wilhelm Gedächtniskirche

Die Ruine der Franziskaner-Klosterkirche

Im Gegensatz zu Kirchentour 1 umfasst diese Tour auch eine Kirche, die nach ihrer Zerstörung im 2. Weltkrieg nicht wieder zu ihrem ehemaligen Glanz gefunden hat und nur noch als Ruine fortdauert.

Die 1250 errichtete Kirche mit angrenzenden Klosterräumen ist für das Franziskanerkloster errichtet und gegen Ende des 13. Jahrhunderts erweitert worden.

Im Zuge der Reformation im 16. Jahrhundert musste das Kloster geschlossen werden. In den Räumlichkeiten entstand die erste Berliner Druckerei.

1574 eröffnete auch die Eliteschule „Zum Grauen Kloster“, in der Größen wie Fontane oder Bismarck die Schulbank drückten.

In den folgenden Jahren erfuhren Kirche und Kloster eine Reihe an Rückschlägen durch Brände und feuchtes Mauerwerk. Die Gebäude wurden jedoch nie aufgegeben und immer wieder saniert.

So war die Franziskaner-Klosterkirche von innen sicher eines der schönsten Bauwerke Berlins – bis zu ihrer Zerstörung im Krieg 1945. Nach dem Trümmerabtrag wurde ersichtlich, dass die Kirche und die umliegenden Gebäude nur noch Ruinen waren.

Der komplette Abriss der Klostergebäude war die Folge. Die Ruine der Franziskaner-Klosterkirche konnte in den Nachkriegsjahren jedoch gesichert werden und steht noch heute als Mahnmal gegen Krieg und Faschismus an der Klosterstraße.

Trotz oder gerade wegen des ruinösen Zustands dient das Gebäude heute immer wieder als Veranstaltungsort für Ausstellungen und Aufführungen.

Öffnungszeiten
Di–So: 12:00–18:00 Uhr

Parochialkirche – Aufbau eines Phänomens

Die Parochialkirche, erbaut 1695, ist das erste barocke Gotteshaus von Rang für die evangelisch-reformierte Minderheit in Berlin gewesen. Sie befindet sich in Berlins historischer Altstadt, dem Klosterviertel.

Entwurf und Planung der barocken Kirche übernahm der zur damaligen Zeit bedeutendste Baumeister Johann Arnold Nering, der kurz nach der Grundsteinlegung verstarb. Die Realisierung des Projekts übernahm in Folge Martin Grünberger.

Kurz vor der Vollendung stürzte ein Dachgewölbe ein, was eine Umplanung und die Verschiebung der Eröffnung zur Folge hatte. 1705 war der Bau schließlich abgeschlossen – bis auf den Kirchturm.
Dieser beschränkte sich vorerst nur auf das erste Geschoss und schloss auf Dachhöhe ab.

Vollendet werden konnte der Kirchturm erst, als König Friedrich der Parochialkirche 1713 ein Glockenspiel schenkte. Jean de Bodt, ein Architekt des klassizistischen Barock, erhielt den Auftrag, den begonnenen Turm zu komplettieren.

1715 erklangen dann die Glocken erstmals aus einer eigenen, von steinernen Löwen getragenen Etage des Kirchturms. Wegen eines unsauberen Klangs ließ der König die Glocken jedoch wenige Jahre später durch eine komplizierte Mechanik ersetzen, die 37 neue Bronze-Glocken antrieb und verschiedene Melodien spielte.

Schon bald war die „Singuhr“ in ganz Europa bekannt und ihr Geläut wurde per Rundfunk übertragen. Die Kirche erhielt den Spitznamen „Singuhrkirche“.

Der 2. Weltkrieg machte jedoch auch vor dieser Kirche nicht Halt und fügte ihr schwere Schäden zu: Brandbomben schlugen in die Turmspitze ein, die brennend in sich zusammen und ins Kircheninnere stürzte, so dass sowohl der Kirchenraum als auch das Carillon zerstört wurde.

Die Kirchenvorhalle konnte in den Kriegsjahren zu einer Notkirche umgebaut und gesichert werden. Aus Trümmerteilen ist ein Eisenkreuz gefertigt worden, das noch heute den Innenraum schmückt.

Zur DDR-Zeit verkam die Kirche zu einem Möbellager. Erst 1988 erhielt die Parochialkirche im Zuge der 750 Jahr Feier Berlins ein neues Dach.

Nach der Wiedervereinigung begann 1991 die aufwändige Sanierung des historischen Stadtkerns und damit auch der Parochialkirche. 13 Jahre später konnte die Sanierung endlich abgeschlossen werden.

Unberücksichtigt blieb erneut der Kirchturm, der vorerst nicht wieder aufgebaut wurde.
Es ist insbesondere dem Berliner Verein „Denk mal an Berlin“, einem Verein, der sich der Denkmalpflege widmet, zu verdanken, dass im Oktober 2015 die größte Glocke der Kirche endlich gegossen werden konnte. Sie wartet nun darauf, zum 300-jährigen Jubiläum der evangelischen Kirche wieder zu erklingen. Dann sollen auch nicht mehr nur die ursprünglich 35 bzw. 37 Glocken erklingen, sondern – zugunsten eines größeren Ton- und Melodieumfangs – ganze 52 Bronze-Glocken, die aktuell in einer Glockengießerei in Holland gegossen werden.

Gottesdienste finden in der Parochialkirche inzwischen nur noch zu besonderen Anlässen statt. Die Kirche kann jedoch als Veranstaltungsort für Ausstellungen und Theateraufführungen gemietet werden.

Öffnungszeiten
Mo–Fr: 9:00–15:30 Uhr
Auch außerhalb der Öffnungszeiten können Sie unter 030 / 24 75 95 10 Besichtigungstermine vereinbaren.


Tour 3: 7 Kirchen in 3 Stadtteilen

Short Facts

  • 19km
  • 7 Kirchen
    • Neue Synagoge
    • St. Marienkirche
    • St. Hedwigs-Kathedrale
    • Ruine der Franziskaner-Kloserkirche
    • Parochialkirche
    • Zionskirche
    • Gedächniskirche
  • 4 weitere Hightlights:
    • Tiergarten
    • Kurfürstendamm
    • Brandenburger Tor
    • Hackescher Markt

Die sieben Sehenswürdigkeiten verteilen sich auf Berlin-Mitte, Tiergarten und Prenzlauer Berg auf einer Strecke von 19 km und lassen sich gut mit dem Rad erkunden.

Die geeignetsten Tage für unsere dritte Kirchentour sind Dienstag bis Freitag.

Parochialkirche Berlin
Parochialkirche
Zionskirche Berlin
Zionskirche

Zionskirche – Wahrzeichen für den Widerstand

Die Zionskirche ist das indirekte Ergebnis des ersten Attentats (von insgesamt vier Attentaten) auf König Wilhelm I. 1861 durch Oskar Becker, der in dem König ein Hindernis für die Einigung Deutschlands sah.
Aus Dankbarkeit dafür, dass er den Anschlag überlebte, stiftete der König 10.000 Reichstaler für den Bau einer Kirche.
So wurde 1866 mit dem Bau der Zionskirche begonnen, die Anfang 1873 dann feierlich ihre Tore öffnen konnte.
Im 2. Weltkrieg erlitt auch diese Kirche durch Bombeneinschläge schwere Schäden an Dach, Altar, Fenster und Orgel.
Hinzu kam, dass sich im harten Winter 1946 viele verzweifelte Berliner nicht anders zu helfen wussten, als in die Kirche einzubrechen und die Kirchenbänke herauszureißen, um sie als Brennmaterial nutzen zu können. Deshalb ließ die Gemeinde 1946 die Fenster der Kirche zumauern.
Über die Grenzen Berlins hinaus wird die Zionskirche besonders mit dem Namen Dietrich Bonhoeffer assoziiert, der Vikar der Kirche und Mitglied des Widerstands gegen die Nationalsozialisten war.
Nach dem Krieg ist die Kirche nach und nach im Stil der DDR renoviert und teilweise umgebaut worden.

Schon bald organisierten sich in den Kirchenräumen oppositionelle Gruppen, die Mahnwachen und Proteste gegen das DDR-Regime organisierten.
Der Verfall der Kirche schritt jedoch weiter voran – doch erst 1988 wurde mit der denkmalgerechten Sanierung begonnen.
Bis heute sind die Kosten für die Renovierung der Fassade und des Innenraums mit 3 Millionen Euro höher als die ursprünglichen Baukosten der Zionskirche.
Doch auch trotz Renovierung finden in der Kirche regelmäßig Veranstaltungen statt. Lesungen, Messen und Führungen gehören zum ständigen Programm der Zionskirche. Aber auch für private Besichtigungen ist die Kirche geöffnet.
Besonders zu empfehlen ist ein Besuch am Sonntag zwischen 12 und 17 Uhr, da dann der Kirchturm begehbar ist und in 22 Meter Höhe bei guter Wetterlage eine sehr gute Sicht auf Berlin gewährt. Möchten Sie an Führungen oder Turmbegehungen außerhalb der regulären Zeiten teilnehmen, können Sie Pfarrerin Frau Menard unter 030/55 15 11 92 erreichen.
Und für all jene Menschen, die von der Zionskirche nicht genug kriegen können, gibt es das Geläut der Kirchenglocken als Klingelton zum Gratis-Download!

Öffnungszeiten
Di–Sa: 14:00–20:00 Uhr
So: 12:00–18:00 Uhr

Gottesdienst
So: 10:00 Uhr

Veranstaltungszeiten
Turmbesichtigung: So, 12:00–17:00 Uhr
Führungen: erster So im Monat, 14:00 Uhr

Gedächtniskirche – Zum Gedenken an Kaiser, Könige und Kriege

Zu einem der bekanntesten Wahrzeichen Berlins gehört die Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche am Tiergarten, die auch das weltweit bekannteste Mahnmal zum Gedenken an den 2. Weltkrieg ist.
Der Bau der Kirche, die der damalige König Wilhelm II. nicht nur als Gotteshaus sondern auch als Gedenkstätte für seinen Großvater Kaiser Wilhelm I. wollte, geht auf die Entwürfe des Architekten Franz Schwechten zurück.
Der Grundstein der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche wurde 1891 zum Geburtstag des Namensgebers gelegt. Bereits vier Jahre später war die monumentale Kirche im neoromantischen Stil mit ihren fünf Türmen fertiggestellt.
Im 2. Weltkrieg dann mussten vier der fünf Glocken eingeschmolzen werden, um so der grassierenden Materialnot zu begegnen und auch der Rest der Kirche kam nicht unbeschädigt davon.
1943 brannte die Kirche in Folge eines Luftangriffs durch die Allierten aus, brach teilweise zusammen und die Turmspitze knickte ab. Dieses für die Kirche so typische Bild brachte ihr später den Spitznamen „Hohler Zahn“ ein.
Da die Alliierten fürchteten, dass mit dem originalgetreuen Wiederaufbau der Kirche der

Nationalstolz der Deutschen erneut entfacht werden könnte, kümmerte sich nach dem Krieg erst niemand um die Ruine, so dass sie immer mehr verfiel.
Den Architekturwettbewerb um die neue Kirche gewann 1957 Egon Eiermann. Dessen Entwurf sah den vollständigen Abriss der Gedächtniskirchruine vor. Dies löste jedoch eine unerwartet heftige Reaktion und Widerstand in der Bevölkerung aus, so dass man von dem ursprünglichen Entwurf und dem Abriss abkam.
Die Turmruine wurde stattdessen integriert in das neue Kirchen-Konzept, das aus der neuen Kirche, dem neuen Glockenturm und der Gemeindekapelle besteht. Die Bauwerke im Design der 50er Jahre stehen in starkem Kontrast zu der imposanten Architektur der Kirchruine.
Von innen zeigt jedoch gerade die neue Kirche ihre besondere Schönheit:
Durch über 20.000 individuell gestaltete, kleine, blaue Glasfenster fällt das Licht in die Kapelle und sorgt für eine ausgesprochen stimmungsvolle und in Blau getauchte Atmosphäre.
Neben den regelmäßigen Gottesdiensten und Führungen bietet die Gemeinde Konzerte, Musikabende und Themenabende an.

Öffnungszeiten
Mo–So: 9:00–19:00 Uhr

Kurzgottesdienst

Mo–Fr, 13:00 Uhr, 17:30 Uhr und 18:00 Uhr

Versöhnungsgebet
Fr, 13:00 Uhr

Heilige Messe

So, 10:00 Uhr und 18:00 Uhr

Kinderkirche
Jeder 4. Sonntag im Monat, 11:30 Uhr 

Führungen:
Mo–So: 12:15 Uhr, 13:15 Uhr, 14:15 Uhr und 15:15 Uhr 
Mo, Fr, Sa: 10:15 Uhr und 11:15 Uhr

Ich bin für Sie da:

Concierge im Albrechtshof Hotel in Berlin

Franziska Varga
Concierge

Organisation von Theater-, Konzert-,
Museumskarten sowie
Eintrittskarten für Schiffsrundfahrten
T +49 30 30886-126
F +49 30 30886-100
reception(at)albrechtshof-hotels(dot)de

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